Muskel-Skelett-Erkrankungen

Im Berufsalltag erfährt der Muskel-Skelett-Apparat je nach Tätigkeit verschiedene Belastungen. So erfordert eine sitzende Tätigkeit, z.B. an der Kasse, andere Muskeln, als eine stehende Tätigkeit an der Servicetheke. In der Regel führen Belastungen des Bewegungsapparates zu funktionellen Anpassungen (Trainingsadaptationen). Sind die Belastungen jedoch unfunktionell bzw. unergonomisch, einseitig, zu hoch oder auch zu niedrig, kann es zu akuten oder chronischen Muskel-Skeletterkrankungen (MSE) kommen. Auch ein unzureichend trainierter Bewegungsapparat (Bewegungsmangel) kann auf Belastungen im Arbeitsalltag mit Überlastungserscheinungen und Schmerzen reagieren.

Muskel-Skelett-Erkrankungen  bezeichnen Erkrankungen des aktiven (Muskeln) oder passiven (Sehnen, Bänder, Gelenke, Knorpel oder Bandscheiben) Bewegungsapparates, die beispielsweise durch unfunktionelle Arbeitsbedingungen oder Arbeitsaufgaben (z.B. kontinuierliche Bewegungen), durch ein unergonomisches Bewegungsverhalten oder durch einen mangelnden Trainingszustand hervorgerufen oder verschlimmert werden können. Meist sind die Erkrankungen aber nicht auf eine Einzelursache zurückzuführen, wie z.B. der alleinige Umgang mit schweren Lasten, sondern durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Faktoren wie z.B. Stress, Kälte oder Zeitdruck bedingt.

Muskel- und Skeletterkrankungen treten überwiegend am Nacken, den Schultern, am Rücken und den oberen Gliedmaßen auf. Arbeitsbedingte Muskel-Skelett-Erkrankungen betreffen Frauen wie Männer gleichermaßen. Neben einer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens und Schmerzen, die oftmals eine ärztliche Behandlung erfordern und zu Fehlzeiten führen, kann eine dauerhafte Beschwerde auch eine Berufsunfähigkeit bedeuten. Zudem stellen MSE für die Gesellschaft und Unternehmen eine beträchtliche finanzielle Belastung durch Ausfall- oder Behandlungskosten dar.