Ergebnisse
Insgesamt wurden 159 Personen durch die intensive viafit-Beratung erfasst. Pro Markt wurden ca. zehn Beschäftigte beraten. Drei Viertel der Teilnehmenden waren weiblich.Â
Das Durchschnittsalter lag bei 39,5 Jahren. Im Durchschnitt verfügten die Beschäftigten über ca. 15 Jahre Berufserfahrung und sind seit sechs Jahren in ihrer momentanen Tätigkeit in dem betreuten REWE-Markt. Die Arbeitszeit der Befragten lag pro Woche über alle Beschäftigten bei 30,7 Stunden. Die Hauptaufgabe der meisten im Projekt beteiligten Beschäftigten (32%) ist das Bestücken, gefolgt von Kasse (26%), Wurst-/Käsetheke (23%) und dem Verwaltungsbereich (4%). Da es relativ viele „Springer“ gibt, die vielen verschiedenen Aufgaben nachgehen, ergibt sich bei den Teilnehmenden eine Quote von 42%, die keine klassische Hauptaufgabe verrichten. Befragt wurden die Teilnehmenden nach typischen Bewegungsmustern in ihrem Arbeitsalltag. Der Schwerpunkt liegt standortübergreifend im Bereich der Hebevorgänge und des weit- vorgebeugten Stehens. Als besonders belastend werden das Heben und das Bestücken der Regale genannt. Mehr als drei Viertel der befragten Beschäftigten (78%) gaben an, Beschwerden oder Schmerzen am Bewegungsapparat zu haben. Besonders betroffen sind dabei die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Thekenbereich (83%), am wenigsten aus dem Verwaltungsbereich (57%). Differenziert wurde dabei nach elf Beschwerdearten, wobei Beschwerden der Schulter-Nacken Region am häufigsten vertreten waren: Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten (52%) berichten, dass sie Schulter-Nacken-Beschwerden haben. Auffallend war die Co-Morbidität von Beschwerden, d.h. im Durchschnitt gab jede(r) Mitarbeiter(in) 1,6 Beschwerden an. 40% der Beschäftigten mit Beschwerden berichten, dass sie seit mehr als zwei Jahren unter den Beschwerden leiden (Beschwerde-Chronizität), für 67% der Beschäftigten mit Muskel-Skelett-Beschwerden treten diese täglich auf (Beschwerde-Häufigkeit). Die meisten genannten Beschwerden (70%) treten bei Bewegungen auf (z.B. während der Arbeit), aber auch 55% aller Beschwerdearten treten sogar auch in Ruhe, z.B. nachts, auf. Zur Reduzierung der Beschwerden haben die befragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gute Erfahrungen mit Bewegung gemacht. 60% der Personen mit Beschwerden geben an, dass Bewegung ihre Beschwerden lindere. Zu Ansatzpunkten hinsichtlich der Verbesserung ihres Gesundheitszustandes befragt, ist auch hier die Bewegung nach Ansicht der Beschäftigten ein wichtiger Faktor (50% Zustimmung). Allerdings mangelt es vielen derzeit noch an Motivation (Bequemlichkeit, wenig Disziplin; 33%), mehr Bewegung aufzunehmen und etwas für ihre Gesundheit zu tun. Bewegung allein empfiehlt sich nicht nur, um die Muskel-Skelett-Beschwerden direkt zu reduzieren, wie z. B. durch Mobilisations- und Dehnungsübungen Verspannungen im Schulternackenbereich zu lösen, sondern auch indirekt durch eine Gewichtsreduktion. 54% der Teilnehmenden liegen im Normalbereich des Body Mass Index. Auffällig in der befragten Gruppe ist jedoch der Anteil der stark Übergewichtigen (17%). Gefragt nach dem persönlichen Stresserleben geben 51% der befragten Beschäftigten an, immer oder häufig Stress oder Ärger während der Arbeit zu erleben.Diese eher psychischen Belastungen resultieren vor allem aus Hektik, Zeitdruck und aus Kundenkontakten. Wenig Kritik wird an der Zusammenarbeit mit den Führungskräften und dem Team geäußert. Diese positive Betriebsklimasituation drückt sich auch in der sehr positiven Antwort zur Frage nach Spaß bei der Arbeit aus. Insgesamt kann auf der Basis der erhobenen Zahlen und Beobachtungen gesagt werden, dass die Beschäftigten mit ihren Aufgaben sehr zufrieden sind, obwohl viele über Belastungen klagen. Aufgrund der Ergebnisse des Physiochecks lässt sich aber auch festhalten, dass die Beschäftigten weitestgehend und ggf. nach ergonomischen Schulungen über die körperlichen Möglichkeiten verfügen, ihre Aufgaben auch langfristig wahrzunehmen. Die Ergebnisse legen die Vermutung nah, dass die Tätigkeiten gut von älteren Beschäftigten ausgeübt werden können. Gezielte Bewegungs- und Schulungsprogramme können dabei unterstützen.Aber die Ergebnisse zeigen, dass die Gesamtbeweglichkeit mit zunehmendem Alter und Gewicht (BMI) abnimmt. Außerdem zeigen sich Zusammenhänge der funktionellen Gesamtbeweglichkeit mit dem berichteten allgemeinen Belastungs- und Zufriedenheitsgrad der Beschäftigten. Die Notwendigkeit der Vermittlung von Gesundheitskompetenz (vereinfacht die Zusammenführung von Wissen über Gesundheit und der Fähigkeit dieses Wissen umzusetzen), die vor allem den Umgang mit den Verhältnissen (Gestaltung und Prozesse) am Arbeitsplatz fokussiert, belegen die Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit den Videoanalysen vor Ort. Ein  Tätigkeitsschwerpunkt ist – neben der Entwicklung von Gesundheitskompetenz sowie gesundheitsgerechtem Bewegungsverhalten – sicherlich in der Betreuung von Beschäftigten mit deutlichen Gewichtsproblemen zu sehen, da das Gewicht (die Ernährungs-/ Lebensweise) für die Entstehung von Muskel-Skelett-Erkrankungen eine wichtige Rolle spielt.  Ergebnisse Phase 2: Das Thema „Ernährung und Bewegung“ war Schwerpunkt der zweiten Beratungsphase. Das Ziel der zweiten Beratungsphase lag  neben einer Sensibilisierung für das Thema auch in der Vermittlung der funktionellen Zusammenhänge zwischen Übergewicht, Bewegungsmangel und körperlichen Beschwerden. Insgesamt haben 228 Beschäftigte an der zweiten viafit-Beratung teilgenommen. Das Durchschnittsalter der teilgenommenen REWE-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter betrug knapp 39 Jahre. 74% der Teilnehmer waren Frauen und 26% waren Männer. Von den 228 Beschäftigten hatten 32% (n=70) auch schon an der ersten viafit-Beratungsphase im Jahre 2008 teilgenommen. Das heißt, dass 44% der Teilnehmer aus der ersten Beratungsphase (n=159) auch an der zweiten Beratungsphase teilgenommen haben. Ergebnisse der Körperzusammensetzungsanalyse (BIA):Der Body-Mass-Index: Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden war übergewichtig (50,2%), 18,4% sogar adipös. Dieses Ergebnis bestätigt das Ergebnis aus der ersten Beratungsphase, wo sogar 55,2 % der Beschäftigten im übergewichtigen Bereich lagen. Dieses Ergebnis zeigt deutlich, dass mit dieser Maßnahme die Zielgruppe der Übergewichtigen erreicht wurde. Trainings- und Ernährungszustand I: Der ECM/BCM-Index gilt als wichtiger Parameter zur Beurteilung des Ernährungs- und Trainingszustandes. Beim gesunden, gut ernährten und trainierten Menschen ist die Zellmasse BCM stets größer als die extrazelluläre Masse ECM, so dass der Index kleiner 1 beträgt. Ein steigender ECM/BCM-Index kann somit frühzeitig auf eine Verschlechterung des Ernährungszustandes oder ein mangelndes körperliches Training hinweisen. ►Bei 31,7 % der beratenen Mitarbeiter lag der Index über 1, d.h. das der Trainings- bzw. Ernährungszustand nicht im optimalen Bereich liegt. Trainings- und Ernährungszustand II: Der % Zellanteil gibt den prozentualen Anteil der Körperzellmasse (BCM) in der Magermasse an und ermöglicht somit eine Beurteilung der Qualität der Magermasse (fettfreie Masse des Körpers) und dadurch eine Aussage über den realen Trainings- und Ernährungszustand der Person. Die Körperzellmasse lässt sich durch sportliche Betätigung und gesunde Ernährung aufbauen, wenn auch nur langsam. Alle Arten der Mangelernährung sowie mangelnde sportliche Betätigung können zu einem Körperzellverlust führen. Ebenso nimmt die BCM mit zunehmendem Alter ab.►35,8% der beratenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wiesen einen zu geringen % Zellanteil auf, d.h. der Trainings- und Ernährungszustand liegt hier nicht im optimalen Bereich. Qualität der Körperzellen: Der Phasenwinkel ist ein physikalischer Messwert. Er wird beeinflusst durch die Zelldichte und die Membranqualität der Zellen und repräsentiert daher die Qualität der Magermasse. Gut ernährte und trainierte Zellen haben eine hohe Membranintegrität bzw. –dichte, Nährstoffe und Zellwasser werden besser gespeichert und gehen nicht verloren. Untrainierte Muskelzellen haben eine weniger dichte Membran und damit auch schlechtere Speichereigenschaften. Ein hoher Phasenwinkel geht somit mit einem guten Ernährungs- und Trainingszustand einher. ►Über 90% (91,3%) der Teilnehmer lagen mit ihrem Phasenwinkel im Idealbereich, d.h. die Zellwandqualität ist hier gegeben und gewährleistet eine gute Nährstoffverarbeitung.   Fettanteil: Die Angabe des Fettanteils in kg zeigt sehr deutlich auf, ob ein zu hoher Anteil an Fett in der Körperzusammensetzung vorhanden ist. Eine Fettmasse oberhalb der Norm ist bei entsprechender genetischer Veranlagung meist durch falsche Ernährung oder mangelnde körperliche Aktivität bedingt. Ein erhöhter Körperfettanteil birgt wesentliche gesundheitliche Gefahren, da Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Gelenkabnutzung gefördert werden. Eine Reduktion des Körperfetts lässt sich durch sportliche Betätigung und eine entsprechende Ernährungsumstellung erreichen.►68,3% der gemessenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wiesen einen Fettanteil über der Norm auf. Insgesamt: Es lässt sich festhalten, dass Ausgesprochene Empfehlungen: Nach der BIA-Messung wurden den Beschäftigten auf Grundlage ihrer Ergebnisse individuelle Ernährungstipps und/oder Bewegungstipps gegeben. Im Hinblick auf den großen Anteil an Übergewichtigen wurden die Empfehlungen überwiegend mit dem Ziel des Fettabbaus bzw. der Gewichtsabnahme ausgesprochen. Aber auch auf das regelmäßige Essen und insbesondere auf das ausreichende Trinken wurde wiederholt hingewiesen. Es konnte eine hohe Akzeptanz und auch ein konkretes Umsetzungsvorhaben auf Seiten der Mitarbeiter erzielt werden.  Beurteilung der viafit-Beratung durch die Beschäftigten:Beurteilung des viafit-Designs: Für alle befragten Beschäftigten war die Beratung verständlich und hilfreich. Zudem stimmten fast alle Befragten (96,1%) zu, dass die Beratung geholfen hat, mehr über den eigenen Gesundheitszustand zu erfahren. Beurteilung des viafit-Teams in den Beratungen: Die Beurteilung der Beratung durch das viafit-Team viel überaus positiv aus.













